Biografie

 

Norbert Goeneutte kam 1854 in Paris zur Welt.

 

Nach seiner schulischen Ausbildung am Lycée Condorcet arbeitete er zunächst im Büro eines Rechtsanwaltes. 1871 begann er seine künstlerische Ausbildung an der École des Beaux-Arts, wo er bei Isidore Pils Malerei studierte.


Als Henri Lehmann nach dem Tod von Pils 1875 dessen Atelier übernahm, bezog Goeneutte im Künstlerviertel Montmartre ein eigenes Atelier.

Goeneutte gehörte zu den regelmäßigen Besuchern des Café de la Nouvelle Athènes und pflegte intensiven Kontakt zu den dortigen Künstlerkreisen. Hier lernte er Pierre-Auguste Renoir kennen, für den er mehrfach – beispielsweise für das Gemälde Bal du moulin de la Galette – Modell stand. Auch andere impressionistische Maler wie Edgar Degas, Claude Monet und Camille Pissarro gehörten zu seinem Freundeskreis.


Obwohl diese Künstler großen Einfluss auf seine Malerei ausübten, stellte er seine Arbeiten bei keiner der acht Gruppenausstellungen der Impressionisten aus. Wie sein Freund Édouard Manet, zog es Goeneutte vor, seine Bilder im offiziellen Salon de Paris der Öffentlichkeit zu präsentieren.


Hier debütierte er 1876 mit der Pariser Straßenszene Le Boulevard de Clichy, par un temps de neige (Der Boulevard de Clichy im Schnee) und beteiligte sich fortan jährlich an diesen Ausstellungen.

 

Ein weiterer wichtiger Freund Goeneuttes war Marcellin Desboutin, der bei ihm die Begeisterung für den Holzschnitt und die Radierung weckte. Später gehörte Goeneutte zu den Mitbegründern der Société des peintres-graveurs français, einem Zusammenschluss von Grafikern, die vor allem Ausstellungen von Radierungen organisierten.

 

Finanzielle Unterstützungen seines Bruders ermöglichten Goeneutte mehrere Reisen ins In- und Ausland. So hielt er sich 1880 in London, 1887 in Rotterdam und 1890 in Venedig auf.


Zusammen mit dem Sammler Hippolyte Fortin, den er 1879 porträtiert hatte, bereiste er 1881 die Normandie.
Weitere Aufenthalten in der französischen Provinz galten 1887 Honfleur und 1889 den Landschaften der Beauce, der Sologne und dem Bordelais. Während dieser Reisen und Aufenthalte entstanden zahlreiche Werke mit Landschaftsmotiven und Stadtansichten.


1891 diagnostizierte der Arzt und Malerdilettant Paul Gachet bei Goeneutte eine Herzschwäche. Im selben Jahr zog Goeneutte in Gachets Wohnort Auvers-sur-Oise und schuf ein Porträt des Arztes. Gemeinsam mit Gachet arbeitete Goeneutte an verschiedenen grafischen Illustrationen.

Nach einer Lungenerkrankung starb Goeneutte 1894 und wurde auf dem Cimetière d’Auvers-sur-Oise bestattet.

 

 

Seine Werke

Zu Beginn seiner Karriere orientierte sich Goeneutte an einer traditionell-akademischen Malweise und zählte flämische Maler zu seinen Vorbildern. Neben einigen orientalischen Motiven bevorzugte er anfangs Genrestücke, Interieurs und Porträts von Familienangehörigen und Freunden. Später kamen Landschaftsbilder der Normandie, aus Flandern, der Region Bordeaux und der Umgebung von Paris hinzu.

 

Neben Stadtansichten von Venedig, Antwerpen und Rotterdam sind besonders die Motive mit Pariser Alltagsszenen charakteristisch für sein Werk. Bei seinen detailreichen Darstellungen des Lebens auf den Straßen von Paris beschrieb er sowohl die Figuren der bürgerlichen Gesellschaft, wie des Arbeitermilieus, wobei er besonders oft Frauen malte.

 

Während die Gesichter der Personen meist fein ausgearbeitet sind, übernahm er beim Hintergrund die Malweise der Impressionisten. Besonders in der atmosphärischen Wiedergabe der Lichtverhältnisse im Gemälde Pont de l’Europe, effet de nuit ist deutlich der Einfluss von Claude Monet nachzuzeichnen, der das Motiv Jahre zuvor ebenfalls für eine Reihe von Gemälden wählte.

 

Neben Gemälden in Öl arbeitete Goeneutte zudem in Aquarell- und Pastelltechnik und hinterließ ein umfangreiches zeichnerisches Werk.
Das druckgrafische Werk umfasst rund 200 Radierungen, die überwiegend in Kaltnadeltechnik entstanden sind. Hierbei verwandte er häufig Kombinationen mit Aquatinta, Weichgrundätzung oder Mezzotinto. Diese meist bei Alfred Cadart und bei Auguste Delâtre veröffentlichten Radierungen zeigen oftmals skizzenhafte Porträts sowie Landschaften und Stadtansichten. Stilistisch sind diese Arbeiten eng mit denen seiner Freunde Félix Buhot, Charles Emile Jacque und Henri Guérard verwandt.

 

Neben den Radierungen sind zudem sieben Lithographien von Goeneutte bekannt. Goeneuttes Illustrationen erschienen in verschiedenen Pariser Zeitschriften wie L’Illustré Nouveau, Paris à l'eau-forte und La Vie parisienne. Zudem kamen einige seiner Ansichten 1890 in der
Stadtbeschreibung Paris; Promenades dans les Vingt Arrondissements von Alexis Martin zur Veröffentlichung. Auch im Roman La Terre von Émile Zola finden sich seine Radierungen als Buchillustrationen.


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Video über ein Gemälde des Künstlers Norbert Goeneutte (in französischer Sprache)

Au café-concert
Salle de peintures 19ème siècle, Musée de Beaux-Arts et d'Archéologie J. Déchelette, Roanne.


Gemälde in öffentlichen Sammlungen

Musée du Louvre, département des arts graphiques: Vue de de Papendrecht - Lettre à Bouvenne Auglaus - Marcella dessin - Samedi 9 lettre -
Musée d'Orsay: (Portrait Dr P. Gachet)
National Gallery of Canada , Ottawa. Ontario, Canada ; Fantasie gravure
National Gallery, Londres : Avenue de Clichy sous la neige
Musée Carnavalet, Paris : Portrait de Charles Goeneutte frère de l'artiste, pointe sèche - Le lavoir de Plailly, Aquarell - Le Boulevard de Clichy par temps de neige, Eau-forte - Petite vue du Boulevard de Clichy, Aquarell - Le dernier salut, Aquarell - Parisienne au bois de Boulogne, Aquarell - Marché près de l'église de Pontoise, Aquarell,  - Marchande de fleurs sur le Boulevard
Musée Alphonse Georges Poulain à Vernon, Eure: Fleuriste boulevard Rochechouart, - Portrait de Jean Buhot, HSB - Le Cellier
Musée Camille Pissarro, à Pontoise, Val-d'Oise: une centaine de gravures de Goeneutte
Musée des beaux-arts de Bordeaux; Gironde; Portrait en pieds de John-Lewis Brown, dessin
Musée d'art moderne Strasbourg, Bas-Rhin: Portrait d'un jeune homme au chapeau, Aquarell.
Harvard University, Fogg Art Museum, USA: Henri Charles Guérard - Alice gravures
San Francisco De Young Museum, Californie, USA: Le Pont Neuf, Radierung
Boston, USA : Route à Auvers
Cleveland Museum of art, USA : Fantaisie ou Fancy
Baltimore Museum of Art, USA : Le Pont de l'Europe et la Gare St Lazare; - Rotterdam, gouache - Homme de profil, Study
Musée Daubigny à Auvers-sur-Oise, Val-d'Oise: Le Port de Rotterdam.
Musée Anne de Beaujeu à Moulins, Allier : Au Louvre devant une fresque de Botticelli
Palais du Luxembourg, Sénat de Paris : La Soupe du matin

 

 

Bibliografie

Norbert-Georges Goeneutte, Edda Maillet, Norbert Goeneutte (1854-1894), Imprimerie Paris à Pontoise 1982, Catalogue de l'exposition, 12p., 16 fig
Jean-Jacques Lévêque, Années Impressionnistes 1870-1889 660p., ACR éditions Paris 1990
Gilbert de Knyff, Norbert Goeneutte, sa vie, son œuvre, éd. Mayer, Paris, 1978
Arsène Alexandre, Norbert Goeneutte, catalogue de l'exposition, Paris, 1929, Salon d'Automne
Christophe Duvivier, Catalogue de Norbert Goeuneutte, exposition de Pontoise 1994